Samstag, 28. April 2007

Lustiger Heimratgeber

Heute mal ein Tipp für Leute, die sich das Erschleichen von Dienstleistungen zum Hobby gemacht haben, und zwar wie man mit Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr durchkommt.

Das ist eigentlich ganz einfach, man muss nur rechtzeitig mitbekommen, dass da jemand kontrolliert. Dann geht man auf denjenigen der beiden Kontrolleure zu, der den Eindruck macht, dass er der gute Bulle ist (Wenn du mit zwei Leuten in Uniform zu tun hast wirst du feststellen, dass es tatsächlich immer einen guten und einen bösen Cop gibt, das ist ein ungeschriebenes Naturgesetz!!) und sagst ihm freundlich, aber auf keinen Fall schleimig, dass du deine Karte nicht dabei hast und dass du die nächste Haltestelle aussteigen musst.

Das ist der erste wichtige Punkt, der zu beachten ist. Du kannst dich selbst davon überzeugen wenn du den S-Bahn Sherriffs bei Unterhaltungen zuhörst: Was sie am meisten ärgert ist die Tatsache, dass die meisten Leute bis zum bitteren Ende die Fresse halten.

Der nächste wichtige Punktist, dass du auf die mit Sicherheit kommende Frage was für ne karte du denn hast antwortest, dass du im Besitz einer Monats-/Jahreskarte für Schüler bist. Die Zusatzinformation 'für Schüler' verleiht deiner Aussage die nötige Glaubwürdigkeit.

Spätestens dann dürfte der betroffene Kontrolleur (bzw. die betroffene Kontrolleuse) dich gehen lassen, weil es für ihn erstens einen zu großen Aufwand bedeutet mit dir auszusteigen um deine Personalien aufzunehmen und zweitens weil du ihm sympathisch bist.

früher hatte es ja noch gereicht wenn du total entrüstet festgestellt hast, dass du deine Karte vergessen hast. Da hatte man noch den Bonus, dass man ein kleiner unbeholfener Bub (/ein kleines unbeholfenes Mädel) war, dem man jetzt nicht unbedingt 40 Euro und Stress mit Mama aufdrücken wollte. Diese durchs Älter-Werden entstande Sympathielücke muss man jetzt mit Charme und gutem Gelüge füllen, aber für gutaussehnde charismatische Personen, wie ihr es zweifelsohne alle seid, dürfte das ja alles kein Problem darstellen...

Montag, 23. April 2007

'Ich verachte euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst'

Vor knapp zehn Jahren hatte ein Werbeblock in einem Spielfilm (bei einem Privatsender) ziemlich genau vier Minuten gedauert. Das weiß ich weil ich die Zeit damals gestoppt habe um zu wissen wie lange ich wegschalten kann ohne was zu verpassen. Mittlerweile sind das ungefähr sieben Minuten. Das hab ich zwar nicht gestoppt aber ich habe es mir empirisch mit der Uhr belegt. Das macht bei Fünf Werbeblocks pro Film (ich habe nicht nachgezählt, aber ich denke es sind mehr) 15 Minuten länger die wir vorm Fernseher verbringen müssen und die wir nur mit Lobpreisungen von irgendwelchem neu erhältlichen Schrott zugemüllt werden
und ich finde, dass man für diese fünfzehn (oder mehr) Minuten Schrott wenigstens verlangen kann, die ersten zwei drei Minuten Abspann sehen zu dürfen anstatt dass noch bevor der Film wirklich zuende ist gleich gezeigt wird was den geneigten Zuschauer nächste Woche erwartet.

Verdammte Scheiße, das hat mich echt aufgeregt!!
Da sieht man einen guten Film und kann die wundervolle Schlussszene weder genießen noch ausklingen lassen weil sie mittendrin von Werbung für irgend einen Scheiß-Spionfilm unterbrochen wird!

Donnerstag, 19. April 2007

„Ein Duft von Diesel oder Benzin erhöht den Spiegel von Adrenalin“

Ich bin heute mit der Bahn durch Rüsselsheim und irgendwann auch mitten durch die berühmt berüchtigten Opel-Werke gefahren und an der Flanke irgend eines großen Gebäudes hing ein riesiges Plakat, dass den neuen Opel anpries. Seltsamerweise aber so postiert, dass es nur für die Parkplatz benutzenden Mitarbeiter von Opel und die täglich vorbei tuckernden S-Bahn Fahrer sichtbar war.

Ich weiß nicht aber irgendwie erreicht das so doch die falsche Zielgruppe, oder?

Mittwoch, 18. April 2007

Der Anfang vom Anfang

Ich muss die deutsche Bahn wirklich mal loben.
Und zwar scheinen die seit etwas längerer Zeit arbeits- und perspektivlosen Jugendlichen eine Chance zu geben, wenigstens in irgend einem Beruf Fuß zu fassen.



Ich habe nämlich das Gefühl, dass das optische Erscheinungsbild der S-Bahnen zumindest im Frankfurter Raum nicht mehr von den mächtigen S-Bahn-Sherriffs dominiert wird, deren raumgreifende Physis dich jedes mal denken lässt, dass du so jemanden gerne als allgegenwärtigen Freund hättest.
Stattdessen begegne ich beim nächtlichen Bahnfahren immer öfter 18-21-jaehrigen Vollhorsts, die ihren innerhalb der letzen acht Jahre langsam aber stetig gewachsenen Oberlippenflaum voller Stolz tragen und von denen man genau weiß, dass sie nach der zehnten Klasse die Schule beendet haben um sich unter der finanziellen Obhut ihrer Mütter ganz dem Aufbau ihrer Rewell-Modellpanzer und dem Studieren deren technischer Daten zu widmen.

Einerseits denk ich mir jedes Mal, wenn ich einen von denen in der S-Bahn sehe, wie er verloren und/oder gelangweilt schauend da steht, dass es doch ein ziemlicher Scheißjob sein muss, spät nachts und alleine stundenlang in der Bahn zu stehen, ständig in der Erwartung dass bei der nächsten Station irgend ein Junkie oder n ganzes Pulk besoffener Assis einsteigt, denen er möglichst unterwürfig erklären muss, dass sie ja eigentlich nicht in der ersten Klasse sitzen dürfen. Aber auf der anderen Seite wiederum kann ich mittlerweile sogar ein bisschen aus eigener Erfahrung sagen, dass es zumindest schon mal was wert ist, überhaupt irgend einen Zweck zu erfüllen und Geld kann man schließlich auch immer gebrauchen...

Eigentlich bin ich diesem Thema gegenüber doch noch etwas zwiegespalten, aber mal sehn, vielleicht frag ich demnächst mal einen ob ihm das Spaß macht oder was ihn sonst dazu bewegt das zu machen.

P.S: Ich finds faszinierend, dass mein Word-Prozessor das Wort „Vollhorsts“ nicht autokorrigiert und ich kann mich auch nicht drauf besinnen, ihn schon mal mit diesem Wort gefüttert zu haben...

Nachtrag: heute wars ein Mittfünfziger, aber der hat den Jungspunden in Sachen Verzweifelt Gucken in nichts nachgestanden

Die Dreiklassengesellschaft der Jugend

Ich hab jetzt endlich den ersten wirklichen Unterschied zwisch Hauptschuelern, Realschuelern und Gymnasiasten gefunden:

Wenn ich mich vorstelle sagen die

Gymnasiasten: "So wie Pablo Picasso?"
Realschueler: "So wie Pablo Escobar?"
Hauptschueler: "So wie Petey Pablo?"

echt wahr, das is jedesmal so!

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